Arbeit am Epochenwechsel

Isaac van Deelen

Quote of the day

25-01-2022

The Russian president is doing what he can to popularize the defense alliance [NATO] he so hates. If he really wanted to stop the states in his neighborhood from seeking their existential security and political future in a rapprochement with the West, he would merely have to stop questioning their sovereignty at all levels, threatening to undermine and attack them, ...

(Das deutsche Original fällt unter das Leistungsschutzrecht.)
Ceterum censeo LSR esse delendam.

>
CARSTEN  LUTHER

Frühjahrsvormüdigkeit

16-01-2022

Es ist dunkel, trübe, nass und kalt. Dazu langweilig.

 

Irgendwie mühsam war das Jahr seinem Ende zu geschlichen.
Schon richtig, so ein „Jahr“, das tut gar nichts. Es war diese Stimmung überall, durchaus ruhig, aber eben auch unwillig, genervt.

Noch keine Bewertungen vorhanden

0. Das schwarze Loch

Die Wahl, das war schon ein Aufreger, und wenigstens der hatte Dich ordentlich beschäftigt. Das war nun Vergangenheit. Die müssen jetzt erst mal regieren. Leider: Corona, Corona, Corona, und dann das Geraune, was die Ampel alles nicht hinkriegen würde oder falsch macht. Auf der Seitenbühne Putin, Nato, Krieg – und dann wieder Corona, quer und laut. Du warst müde von all dem.

Wir haben natürlich gebührenden Respekt vor dem Virus, aber, weisst Du, wenn eine Krise in die Jahre kommt, da nimmt die Aufregung irgendwie ab; da nimmt die Gleichgültigkeit irgendwie zu. Du hattest das mit dem Heinz Rühmann und der Marika Röck und dem ganzen albernen Kriegsgedudel nie recht verstanden: jetzt aber verstehst Du es.

„LASS mich in Ruh mit dem Scheiss!“

Es ist das schwarze Loch. Ob Du gewonnen hast oder verloren, wenn es vorbei ist, ist da dieses schwarze Loch. Was jetzt!, gähnt es, wohin? Warum? Bist Du Publikum, ist es noch schlimmer: tun kannst Du nix. Was für eine gemütliche Zeit war das unter Merkel. Als Opposition warst Du staatstragend für Merkel – und gegen ihre Politik. Wie cool das war: Du konntest ihre Rolle auf der internationalen Bühne preisen, klug oder wohlwollend Pros und Cons listen, und für Zuhause konntest Du echt prima den Knüppel aus dem Sack lassen: 16 verlorene Jahre, mimimi. Klima, Digi, mimimi. Es war so einfach, lustvoll sogar.  

Und jetzt bist Du Regierung. Jetzt hat es Deine Koalition ins Amt gespült, die zu tun verspricht, was sie in der Opposition gefordert hat. Die Minister geben ihre Erklärungen ab: „Das und das wollen wir tun, beschliessen, bezahlen, verbieten“. Was willst Du jetzt sagen? Na gut: Du bist „nur“ Publikum, aber eben Regierungspublikum.

I. Opposition ist Mist

Erstens: Gib sie ihnen, die 100 Tage. Das ist eine politisch zivilisierte, gute Praxis. Besser jedenfalls als die der FAZ, die über Karl Lauterbach bereits herzog, als er grad mal nominiert war. Noch an dem Montag unkte die Zeitung, dass der Karl, Lob seiner Expertise, der Aufgabe nicht gewachsen sei, leider, schneuz. Keine Schonfrist war schneller vorbei, als die 100 Tage dieser Regierung. Und Du brauchst sie auch, die 100 Tage. Das muss sich doch erst mal klären, in Deinem Kopf, wo Du Dich jetzt hinstellst. Da droht ja auch ein Dilemma.

Wir können das in den USA beobachten. Man kann kaum erleichterter sein, dass der Herr Trump jetzt in Florida sitzt, und man kann kaum ernüchterter sein, wie der Herr Biden jetzt agiert, wie er die Frau Harris nicht positioniert. Ein alter Mann, leider, er hat auch mal gute Tage, aber …; und die liberale Presse quält sich, tut sich schwer. Mit dem Ermuntern beginnen die einschlägigen Texten bereits in der Headline: Biden schafft Arbeitsplätze! (Naja, allzu erstaunlich ist das nicht …) Infrastrukturpaket beschlossen! (Naja, es sind Schulden …) Aber trotz mancher Kritik, bei all dem republikanischen Schwachsinn will man mit der Opposition nicht im selben Boot sitzen.

Europe is The Battlefield

24-01-2022

Mehr Initiative, wenn ich bitten darf

 

Jeder weiss, dass man in Krisen wie dieser der Nachrichtenlage nur bedingt trauen kann: im politischen Poker um die Durchsetzung von Positionen und Interessen wird mit harten Bandagen informiert, und was ich im Photoshop hinkriege, das können die geheimen Dienste schon lange.

Schau mir in die Augen, Kleiner

Noch keine Bewertungen vorhanden

I. Die Lage ist ernst

Sigmar Gabriel will den Frieden mit Härte verteidigen, auch Frau Baerbock favorisiert das Zusammenspiel von „Dialog und Härte“. Zusammen mit ihrem Kollegen Antony Blinken demonstriert sie Geschlossenheit. „Gravierende Konsequenzen“ werden zu einer noch nicht detaillierten Drohkulisse in den Raum gestellt. Von Experten gestützt, diagnostiziert das Redaktionsnetzwerk Deutschland einen Cäsarenwahn bei Vladimir Putin, eine Ferndiagnose. Ein Vizeadmiral muss seinen Hut nehmen, weil er fahrlässig die Krim für verloren, und damit eine „abweichende Meinung“ erklärt hat (in den Kommentarspalten der ZEIT trägt ihm das beachtliche Wellen an Zustimmung ein). Das britische Aussenministerium verbreitet (sich über) einen von Moskau geplanten Staatsstreich in der Ukraine. Der Deutschlandfunk fragt, ob es einen neuen Krieg gibt, das ZDF legt noch eine Schippe drauf: „Droht durch die Ukraine-Krise ein Dritter Weltkrieg?“ Das Treffen in Genf, Lavrov und Blinken, sagt Florian Neuhann im ZDF, habe eine Atempause gebracht, aber keine Entwarnung. Im Nachgang dazu lassen die USA die Botschaftsfamilien aus der Ukraine ausfliegen. Man kommt mit dem Aktualisieren gar nicht mehr nach, jetzt werden NATO-Truppen verlegt … ob diese Überlegungen überhaupt der Dynamik standhalten? In jedem Fall:

Soviel Gerassel und Geschepper war länger nicht. Die herrschende Qualitätsmeinung spielt empört, „Was erlauben Russland!“, doch wer in die Stellungnahmen hineinhorcht, hat möglicherweise auch dieses unbestimmte Gefühl, als würde uns all das nicht wirklich etwas angehen, frei nach Goethe: „Wenn hinten, weit, in der Türkei, die Völker aufeinander schlagen … “ Mir dagegen geht das unter die Haut, und zwar sowohl mit der Vorstellung eines möglichen Krieges, wie auch mit dem Blick auf die strategische, allgemeinpolitische Gemengelage. Tatsächlich ist Letztere in meinen Augen das Beunruhigendste.

Michael Köhlmeier schreibt "Matou"

40 Stunden mit Matou

Wir sind erschöpft.

 
13-12-2021
6136

Bei manchen Büchern entwickeln wir so eine Leselust, dass dieser schwebende wachträumende Zustand nicht oder gar nie aufhören möge. Nach 40 Stunden mit Michael Köhlmeier und seinem Matou sind wir – erschöpft. Ich würde liebend gern gut und begeistert darüber berichten, allein, bei aller Sympathie, das klappt nicht. Auf den einfachsten Nenner gebracht: das Buch hat 1000 Seiten, und es ist um die Hälfte zu lang.

Über die gesellschaftliche Verfasstheit

The China Syndrome

Entschlossenheit, Demokratie – oder beides?

 
19-11-2021
19183

Auf Facebook kommentiert Dirk Specht einen Text aus der NYTimes über „China’s Xi Jinping Remakes the Communist Party’s History in His Image“. Die Notiz liegt schon ein paar Tage zurück, weil Facebook es für richtig befand, mir das erst gestern anzuzeigen …. Das macht aber nichts: die angesprochenen Fragen sind langfristiger Natur.

5 Punkte zugelegt – Bravo!

Historie – dem Feminismus geopfert

Wählerpotential halbiert: Schnell ist alles vergessen.

 
27-09-2021
12799

„Die kommende Wahl ist historisch“ – das war meine Überzeugung vor einem Monat. Herausgekommen ist ein historischer Katzenjammer, der jetzt von Berufenen und Plappernden schön geredet wird. Neuerlich zeigt die Medien-Demokratie ihre Fratze: WAS haben wir eigentlich gewählt?

12-09-2021
9044

Winds of Change im

 
02-09-2021
1881

Mikado

 
30-06-2021
6184

Ich bedaure, es sagen zu müssen:

 
11-06-2021
4721

The Apple Nation

 
02-06-2021
7069

Ich sass am Frühstückstisch und las

 
22-05-2021
16578

Noch 126 Tage bis zur Wahl

 
TAGS:
11-05-2021
9962

Noch 137 Tage bis zur Wahl

 
01-04-2021
9832

Sonntagsfragerei

 
19-03-2021
11494

Gretchen fragt

 
25-02-2021
14741

Über Klarheit

 
30-01-2021
9437

Das Recht

 
07-01-2021
1468

Burning Down the House

 
27-12-2020
15794

Corona as a Metaphor

 
11-12-2020
16759

Corona als Metapher

 
16-11-2020
7543

Heribert Prantl kämpft

 

Andreas Reckwitz schrieb: „Die…

Der Wissenschaftler auf der Erbse

Ein Nach Ruf

 
06-12-2021
17839

Andreas Reckwitz hat mit "Die Gesellschaft der Singularitäten" einen regelrechten Knaller publiziert, fast möchte man sagen: eine Singularität, einen Bestseller der "Schwarzbrotfraktion". Das passiert wahrlich selten. Ihm hat es einen festen Platz in der deutschen Meinungselite gesichert. Wie immer viel zu spät – bin ich anderer Meinung.

Weltrettung zufällig entdeckt?

Das öko-liberale Narrativ ist – ein Phasenmodell

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne …

 
18-10-2021
26427

Die Frage nach dem Narrativ hat ihre besten Tage hinter sich. Nachdem es vor Jahren in Mode geriet, hatte es sich wie eine Mischung aus Schleimspur und rotem Faden durch die Feuilletons gezogen: nirgendwo fehlte es nicht. Fragst Du Google, fehlt es der EU, der Schweiz, der SPD. Der Deutschlandfunk dagegen versendet einen Kommentar von Christian Schüle, der das Gerede für Unsinn hält: „Wer Stories will, soll Krimis lesen!“

Ja, was denn nun!

Die Ursachen der Krise

Die Drei von der Baustelle

Die Kandidat:innen sind Zeichen der Zeit

 
19-08-2021
51936

Kommentatoren und Wahlvolk sind sich einig: die Kandidaten überzeugen nicht, mobilisieren nicht, motivieren nicht. Armin L. ist schlicht der falsche, Annalena B. macht schlicht zu viele Fehler und Olaf S. hat schlicht die falsche Partei – so die Lage am Freitag, dem 13.. Aber würden "bessere" Kandidat:innen die Probleme lösen?

Das Wirtschaftsforum der SPD schreibt

eine Transformationsstrategie

 
18-06-2021
39133
Juli Zeh schreibt Über Menschen

Ein Kammerspiel

 
25-04-2021
4990
Durch's wilde Populistan

Anmerkungen zum Frontverlauf

 
13-04-2021
21108
Soziale oder

asoziale Medien

 
20-01-2021
24383
Die Regierung Röttgen tritt an

Isch seh schwazz!

 
01-01-2021
17206
Richard David Precht schreibt "KI und…

Im Trippelschritt dem Abgrund zu

 
24-10-2020
36973
Sascha Lobo geisselt die Putinfreunde

Nun sag, wie hast du's mit der Religion?

 
27-09-2020
33167
Richtig gut oder schlecht falsch

Ein Essay – attacca

 
21-09-2020
24857
Eine Verlorene Liebe

Suits – und die Folgen

 
25-08-2020
21238
Richtig gut oder schlecht falsch

Ein Essay – ritenuto

 
01-08-2020
35788
Verstörende Zerstörung

Von Trump lernen heisst … was?

 
28-07-2020
24806
Sebastian Haffner schrieb: "Geschichte…

Nicht mehr dran glauben können

 
10-07-2020
18581
Maja Göpel schreibt »Unsere Welt neu…

Nach der Behauptung. Vor dem Entwurf

 
21-05-2020
23878
psssst

Klappe halten!

 
28-03-2020
20338
Dietmar Dath schrieb „Maschinenwinter“

Vorwärts, Genossen, es geht zurück!

 
27-01-2020
31890

Der Text war bereits in der ersten Version ("Tractatus Mundo Digitali") ein abenteuerliches Unterfangen; eigentlich müsste man sagen: in der zweiten Version, wenn man den Versuch von 1921, das berühmte "Tractatus logico-philosophicus", mitzählt. Naja, wer will sich denn heute noch mit dem ollen Plunder beschäftigen. Und so beglückt Wittgenstein uns von Zeit zu Zeit mit einem neuen Versuch, das notwendige Denken auf den aktuellen Stand zu bringen.

Dieser neue Versuch, das hier angekündigte "Tractatus II", ist in Arbeit; noch ziert sich der Autor, aber bald ... 

 

Die (alte) WebSite zum "Tractatus Mundo Digitali" 

Der Teil 1 – der es sich zum Ziel gesetzt hat, die grossen Risiken unserer Zeit zu diagnostizieren, erschien zum denkbar günstigsten Zeitpunkt: am 28-02-2020. Vom Risiko einer Pandemie war nicht die Rede. Tja. Ehrlich gesagt: die Wenigsten hatten das auf dem Radar. Und an den Risiken: Finanzindustrie, Digitalisierung, Klimawandel und Migration – hat sich ja nicht viel geändert.

Das Buch steht zum Download bereit

komplett
Kapitel 1 Ökonomie
Kapitel 2 Digitalisierung
Kapitel 3 Ökologie
Kapitel 4 Migration
Kapitel 5 Nuklear, Corona et all.

Forget Wittgenstein “2.0” ein MultiMedia eBook komplett überarbeitet*

Lesebuch 15 Short Stories plus 1 "Bonustrack", ca. 289 Seiten
Hörbuch 15 Audiotracks plus 2 "Bonustracks", ca. 510 min
Videobuch 13 Videos, ca. 80 min Bilderbuch ca. 220 Abbildungen

* die Version 2.0 ist im Apple BookStore zum Preis von € 7,99 erhältlich
p.s. Das überarbeitete Tractatus II wurde in eine eigene Edition ausgegliedert