THINK

Nicht definiert

(II) Wandelnde Werte

Im ersten Teil des Essays habe ich Überlegungen zur inneren Dialektik von Wertvorstellungen angestellt. Mir ging es insbesondere um das Spannungsverhältnis zwischen dem was als „gut“ gilt und dem, was eben dieses „Gute“ real ist, nämlich oft höchst mehrdeutig. Dabei habe ich das blosse Misslingen („… gut gemeint, aber …“) vom inhaltlich Unguten unterschieden.

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Anti-Amerikanismus

Samstag-Morgen war gekommen und ein heller, frischer, fröhlicher Sommermorgen war's. Jubel erfüllte jegliches Herz und wenn die Herzen jung waren, so brach er sich durch die Lippen Bahn. Fröhlichkeit thronte auf jedem Gesicht, jeder Schritt war elastisch. Die Akazien standen in voller Blüte und erfüllten die Lüfte mit ihren Düften.

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(I) Wankende Werte

Seit vielen Jahren belästigt mich das Gefühl, dass die Richtschnur des Handelns, unser Verständnis davon, was gut oder richtig ist, ins Wanken geraten ist.  Wir bewerten etwas als gut, das dann einer Überprüfung nicht standhält. Wir wissen gar nicht mehr genau, was eigentlich gut ist (z.B.): Wachstum schafft Wohlstand UND Klimawandel.

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Trumpeter

Das System funktioniert unter der Voraussetzung, dass alle sich daran halten, aber bekanntlich:

„Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“

Donald Trump hat Böckenfördes Diktum bewiesen:
Der Staat selbst kann sich gegen meinen Angriff nicht schützen! Wenn ich alle Regeln breche, ändere ich das System zu meinen Zwecken. 

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Wie Faschismus entsteht

Ich bin nicht mehr allzuoft beeindruckt. 

Vieles von dem, was heute blitzneu daherkommt, kenne ich schon. Das ist in der Musik so, in der Literatur, auf dem Theater, in der Politik sowieso. Es gibt – natürlich – Abweichungen in den Texturen, im Röntgenbild erkennen wir aber: alles schon mal dagewesen … wenn nicht: „nur geklaut und gezogen und gestohlen, ’tschuldigung …“

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Informationen

Wieviele Ansteckungen, wieviele Todesfälle. Seit vier Wochen gibt es nichts Wichtigeres. Die Öffentlichkeit soll informiert sein. Die Forderung ist in einer offenen Gesellschaft nicht verhandelbar. Gleichwohl gilt es, ein paar „abers“ zu prüfen. Ich frage mich, welchen Nutzen diese Daten bereitstellen – und für wen. 

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Kurzschüsse

Ivan Krastev ist ein mitteleuropäischer Intellektueller, der seine Euroskepsis bereits an vielen Stellen ausgedrückt hat. Nun sieht er eine Chance, seine alten Thesen in neue Schläuche zu giessen. In der Zeit veröffentlicht er heute "7 Schlüsse aus der Coronavirus-Krise"; es sind Kurz-Schlüsse.

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Eine Lücke in der Raumzeit

Schon vor einer Woche – ungefähr – propagierte Peter Kabel ein Moratorium für die Börsen. Ich halte das für eine notwendige und hilfreiche Massnahme und verstehe nicht, warum das undiskutiert bleibt. Ich hatte unabhängig die gleiche Idee, aber weitreichender. Ich verfüge nicht über genügenden ökonomischen Sachverstand, um meine Idee zu falsifizieren – oder gar zu verifizieren, deswegen habe ich sie zurückgehalten. Jetzt aber denke ich: dann blamier’ ich mich halt; was solls!

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Wittgenstein, Satz 7

Die Nachrichtenlage heute stand über die letzten Jahre als Feuerschrift am Horizont. Und so schnell kann's gehen: Noch vor drei Wochen mokiere ich mich über Paul Krugman, der (mit Blick auf die USA) Geld ausgeben will, das nicht da ist. Unter den dramatischen Vorzeichen heute zeigt sich: ich war kurzsichtig.

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