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Über die gesellschaftliche Verfasstheit

Entschlossenheit, Demokratie – oder beides?

Auf Facebook kommentiert Dirk Specht einen Text aus der NYTimes über „China’s Xi Jinping Remakes the Communist Party’s History in His Image“. Die Notiz liegt schon ein paar Tage zurück, weil Facebook es für richtig befand, mir das erst gestern anzuzeigen …. Das macht aber nichts: die angesprochenen Fragen sind langfristiger Natur.

Die Frage nach dem Narrativ hat ihre besten Tage hinter sich. Nachdem es vor Jahren in Mode geriet, hatte es sich wie eine Mischung aus Schleimspur und rotem Faden durch die Feuilletons gezogen: nirgendwo fehlte es nicht. Fragst Du Google, fehlt es der EU, der Schweiz, der SPD. Der Deutschlandfunk dagegen versendet einen Kommentar von Christian Schüle, der das Gerede für Unsinn hält: „Wer Stories will, soll Krimis lesen!“

Ja, was denn nun!

Kommentatoren und Wahlvolk sind sich einig: die Kandidaten überzeugen nicht, mobilisieren nicht, motivieren nicht. Armin L. ist schlicht der falsche, Annalena B. macht schlicht zu viele Fehler und Olaf S. hat schlicht die falsche Partei – so die Lage am Freitag, dem 13.. Aber würden "bessere" Kandidat:innen die Probleme lösen?

Nachdem die Völker endlich die Signale gehört hatten, beeilten sich die Parteien, von der grossen Transformation zu reden. Mehr … war noch nicht, aber immerhin. Unter dem Titel „Made in Germany 2030“ hat das Wirtschaftsforum der SPD ein 47 Seiten-Papier vorgelegt, dass in 9 Abschnitten die Transformations- und Industriestrategie der Partei umreisst. Eine kritische Besichtigung.

Über Klarheit

… sind die Grenzen meiner Welt

Sapere aude! Wittgensteins Diktum habe ich immer im Kant’schen Sinne interpretiert, nämlich dass an den Grenzen meiner Welt Mangel erkennbar wird; als verwiese mich Wittgenstein auf Lücken in meiner Begriffswelt.

Editionsbericht: Das Thema KI beschäftigt mich schon eine ganze Weile. Das jüngste Buch „Künstliche Intelligenz oder der Sinn des Lebens“ von Richard David Precht, habe ich es zunächst als Hörbuch gehört. Bei Hörbüchern verrauscht schon mal ein Argument, … und so kam es, dass mein erster Eindruck auf einen lauen Verriss hin deutete: je nun, lohnt es die Mühe?

(II) Wandelnde Werte

Teil I des Essays ging um die innere Dia-lektik von Wertvorstellungen: was als „gut“ gilt und was eben dieses „Gute“ real ist – mehrdeutig nämlich. Dabei habe ich das Misslingen („Gut gemeint, aber …“) vom sachlich Unguten unter-schieden, von falschen Umgangsfor-men, Ritualen und sozialen Normierun-gen. Teil II fragt nach den Stellschrau-ben, mit deren Hilfe die Werte und ihr Wirken wieder zusammen kommen. Der Trick: nicht die Werte selbst zu verhan-deln; oder eben erst … ganz am Ende.

Ivd 21-09-2020

Seit vielen Jahren belästigt mich das Gefühl, dass die Richtschnur des Handelns, unser Verständnis davon, was gut oder richtig ist, ins Wanken geraten ist. Wir bewerten etwas als gut, das dann einer Überprüfung nicht standhält. Wir wissen gar nicht mehr genau, was eigentlich gut ist (z.B.): Wachstum schafft Wohlstand UND Klimawandel. Unsere Vorstellungen sind mehrdeutig, ungenau. Im ersten Teil dieses Essays stelle ich Überlegungen zur inneren Dialektik von Wertvorstellungen an.

Das System funktioniert unter der Voraussetzung, dass alle sich daran halten, aber bekanntlich:
„Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“

Donald Trump hat Böckenfördes Diktum bewiesen:
Der Staat selbst kann sich gegen meinen Angriff nicht schützen! Wenn ich alle Regeln breche, ändere ich das System zu meinen Zwecken.