KULT

Nicht definiert

(II) Wandelnde Werte

Im ersten Teil des Essays habe ich Überlegungen zur inneren Dialektik von Wertvorstellungen angestellt. Mir ging es insbesondere um das Spannungsverhältnis zwischen dem was als „gut“ gilt und dem, was eben dieses „Gute“ real ist, nämlich oft höchst mehrdeutig. Dabei habe ich das blosse Misslingen („… gut gemeint, aber …“) vom inhaltlich Unguten unterschieden.

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Anti-Amerikanismus

Samstag-Morgen war gekommen und ein heller, frischer, fröhlicher Sommermorgen war's. Jubel erfüllte jegliches Herz und wenn die Herzen jung waren, so brach er sich durch die Lippen Bahn. Fröhlichkeit thronte auf jedem Gesicht, jeder Schritt war elastisch. Die Akazien standen in voller Blüte und erfüllten die Lüfte mit ihren Düften.

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(I) Wankende Werte

Seit vielen Jahren belästigt mich das Gefühl, dass die Richtschnur des Handelns, unser Verständnis davon, was gut oder richtig ist, ins Wanken geraten ist.  Wir bewerten etwas als gut, das dann einer Überprüfung nicht standhält. Wir wissen gar nicht mehr genau, was eigentlich gut ist (z.B.): Wachstum schafft Wohlstand UND Klimawandel.

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Personen, die menstruieren

Wenn ich überhaupt so etwas wie „meine Heimat“ kenne, so ist es meine Sprache. Vielen Bemerkungen meines Umfeldes kann ich entnehmen, dass ich sie „ganz gut“ beherrsche; vielleicht auch etwas zu gut. Als ich kürzlich mit dem Notruf der Polizei zu tun hatte und einen Fall schilderte, in dem ich Hilfe brauchte, sagte der Beamte am Telefon: „Sie reden so komisch. Ich kann Sie kaum verstehen.“ Ich versteh den Mann: das war hochdeutsche Schriftsprache, deutlich prononciert und in gemessenem Tempo. Hört man im hessischen NordOst-Sibirien nicht alle Tage.

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Ein Rückfall

Ich werde krank. 
Schon seit einiger Zeit verspüre ich eine aufkommende Meinungsintoleranz, mein Frontallappen revoltiert, ich habe dogmatische Hitzewallungen und in den letzten Tagen zeige ich regelrecht intellektallergische Abstossungsreaktionen. Ich will aber - eigentlich - gar nicht drüber reden; habe sogar Tendenz, die Krankheit zu leugnen. Wobei, das ist nicht ganz richtig, es ist ja eher, das ich mich mit dem Scheiss nicht auseinandersetzen will. 

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Kapelle Petra führt uns in den neuen Tag

Wir erleben einen welthistorischen Moment; und es fühlt sich an, wie irgendein Mittwoch. Vielen geschieht Schreckliches: Väter, Mütter, Freunde sterben. Und das kleinere Übel, Quarantäne mit Kindern in der Zwei-einhalb-Zimmer-Wohnung, ist auch schwer zu ertragen. Und bevor ich ins Aufzählen gerate: für Viele – jetzt Erkrankende, jetzt Arbeitslose, jetzt in Doppel-Schichten Arbeitende, jetzt in die Insolvenz schlitternde – und für viele mehr ist Leid und Schrecken existentiell. Nichts davon würde ich klein reden.

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Informationen

Wieviele Ansteckungen, wieviele Todesfälle. Seit vier Wochen gibt es nichts Wichtigeres. Die Öffentlichkeit soll informiert sein. Die Forderung ist in einer offenen Gesellschaft nicht verhandelbar. Gleichwohl gilt es, ein paar „abers“ zu prüfen. Ich frage mich, welchen Nutzen diese Daten bereitstellen – und für wen. 

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Kurzschüsse

Ivan Krastev ist ein mitteleuropäischer Intellektueller, der seine Euroskepsis bereits an vielen Stellen ausgedrückt hat. Nun sieht er eine Chance, seine alten Thesen in neue Schläuche zu giessen. In der Zeit veröffentlicht er heute "7 Schlüsse aus der Coronavirus-Krise"; es sind Kurz-Schlüsse.

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Saskia Esken

In der Zeit steht ein bemerkenswerter Text; ich musste tatsächlich eine Weile hin- und her- und darüber nachdenken, bis ich das für mich einordnen konnte.

„Wer zum Kegeln geht," hat MRR einmal gesagt, „muss damit rechnen, dass die Pins gezählt werden." Einerseits denke ich daher, ich: staatstragend, ich: zynisch ..., Politik ist Kommunikation, und wer deren Anforderungen nicht bedienen will oder kann, sollte das Feld räumen.

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