Kant's Ende - oder

Was heisst hier: Handeln?

über Bots und digitale Agenten

Portrait Immanuel Kant

Am Ende ist Schluss mit dem Menschen – als Gattung, und im Einzelnen sowieso. Die Dinge stehen ganz dramatisch: Der Mensch ist dabei, seine gattungsstiftenden Merkmale stikum an den Maschinenpark abzutreten. 

Zum Beispiel digitale Agenten! Das sind Dinger, ...schon falsch, das sind Softwares. Also nochmal: das sind brandneue digitale Seinsformen, denen ihre „Inhaber“ (wer hat wen?) einen gewissen Raum, ein Stück persönlicher Autonomie abgetreten haben, in dem diese „Wesen“ im Auftrag und auf Rechnung ihres Herrn handeln dürfen. Zum Beispiel einkaufen, etwa Mineralwasser.

In der TIMElabs-Studie „Digital Business Agents“ geht es zunächst einmal um die technischen und ökonomischen Perspektiven: Was ist möglich, welche Probleme müssen gelöst werden, welche Applikationen stiften welchen Nutzen? Die Perspektiven sind atemberaubend. In seinem einleitenden Essay wirft Isaac van Deelen allerdings die Frage auf, wer das Vakuum gestalten wird, das auftritt, wenn immer mehr Menschen immer weniger verantworten. Weil ihre Maschinen für sie handeln.

„Handle immer so, dass die Maxime Deines Handelns zum allgemeinen Gesetz erklärt werden könnte.“ So oder ähnlich Immanuel Kant; das war 1783. 

Handeln? 
ich handele,
du handelst, 
er-sie-es handelt, 
wir handeln, 
ihr handelt, 
sie handeln. 

Na bitte, das ist doch ganz einfach. Muss man nicht viel G‘schiss drum machen, oder? Und dann auch noch gleich eine ganze „Theorie des Handelns“ – mein Gott, geht’s eine Nummer kleiner? 

Aber was ist handeln? 

Nehmen wir einen gewöhnlichen Zeitgenossen (sagen wir: ICH) und dann schaun wir uns das an: Was ist handeln – heute?

Beispiel eins: 

ICH stehe auf, ICH dusche, ICH trinke Kaffee, ICH fahre zur Arbeit, ICH halte an der Ampel, ICH parke ... ICH tue das tatsächlich, Tag für Tag, Jahr ein, Jahr aus – 
und das, das soll „Handeln“ sein? 
Dieses Allerlei von Routinen und Automatismen? 
Schlimmer noch: 

ICH telefoniere bei der Arbeit (logisch: ICH muss!), ICH verhandele mit Lieferanten (hart, keine Frage: ICH muss!), ICH kündige Lieferanten (kein Erbarmen, aber ICH bitt‘ Sie! ICH muss das!), ICH tu, was ich tun muss, laufe wie der Hamster im Laufstall (aber ICH muss das tun). 
Und das soll „Handeln“ sein? MEIN Handeln?

ICH kaufe; jetzt wird es ernst! Der Kauf als Apotheose einer selbstbestimmten Willenbekundung. MEIN Wille geschehe? Pustekuchen! ICH muss ja kaufen – und jeder Verkäufer der Welt lässt es mich spüren. 
Und DAS soll Handeln sein?

Zweites Beispiel:

ICH habe den Kanzler nicht gewählt. ICH habe ihn nicht nur nicht gewählt, sondern ICH bin auch nicht zur Wahl gegangen; vorsätzlich, kein Zufall. Ich habe dafür gute Gründe, weil: Politik, wie sie von Natur aus divergierende, ja, sogar antagonistische Interessen bescheidet, ist als „saubere“ Politik schlichtweg nicht zu bekommen. 
Da mach ICH aber nicht mit, da hab ICH mal eine Moral. Kurzum: ICH tue  - nix. ICH wähle nicht, ICH handele NICHT. So weit, so mittel. Jeder tut, was er für richtig findet. 

Dann aber, am Mittagstisch, meine Tochter: 

„Das ist doch Eure Welt, Ihr habt uns doch den ganzen Mist eingebrockt: Tschernobyl, BSE, Renten..., Ich“, krächzt sie, „ich hab nix gemacht.“ (Wie denn auch, mit ihren 15 Lenzen?)
„Ich auch nicht.“ murmele ICH. Pah! Von wegen: so komme ICH nicht davon! 
„DU bist aber verantwortlich! DU nimmst teil an dem ganzen System, DU zahlst Steuern und profitierst von dem ganzen Laden mit Deinem satten Leben. Und DU gehst zur Wahl – und legitimierst das alles!“ 
ICH schaue resigniert in den Himmel, steh da wie ein begossenen Pudel und wende mich ab. Unschuldig schuldig. Vorsätzlich passiv – und doch verantwortlich. 

Drittes Beispiel:

Es ist Viertel vor, und in zehn Minuten soll ICH am Treffpunkt sein. Das wäre (kaum) zu schaffen, wenn nur nichts mehr im Wege steht. Grün, dunkelgrün, oliv. Da hab ich ICH die Ampel überfahren – nix passiert, Gott sei Dank! Aber: irgendwie war es jetzt doch das dritte Mal in den letzten vier Jahren, und bevor das teuer wird, bevor ICH mir das nicht leisten kann, bevor ICH deswegen gar meinen Job verliere – da strapaziere ICH lieber die Möglichkeiten des Verkehrsrechtes, da begebe ICH mich hilfesuchend unter das Dach meiner Rechtsschutzversicherung, prüfe per Akteneinsicht, dass ICH auf dem Portrait nicht zu erkennen bin und mache mich stikum aus dem verantwortlichen Staube: Und wenn ICH’s auch war, ICH will’s nicht gewesen sein!

So sieht’s doch aus, unser Tun + Handeln – in dieser unserer Welt – es ist auf den Hund gekommen. Erst ersticken wir im Nicht-Geschehen alltäglicher Wiederkehr, dann werden wir für das Gegenteil unserer Intentionen verhaftet und schliesslich war’s keiner gewesen. 

Die Tat ist tot

Inzwischen haben sich die Umstände verschärft. An die Stelle einer harten Hand, eines beherzten Zugriffs, selbst einer feigen Flucht – treten Zeichen und Symbole. Wir tun ja nichts, allenfalls veranlassen wir etwas: wir sagen es, geben einen Hinweis, machen darauf aufmerksam, rufen jemanden an. Gelegentlich nicht einmal mehr das: stille Übereinstimmung in der Beurteilung der Sachzwänge. Und selbst die wahren letzten Exekutoren ... dann ... - drücken nur noch auf irgendeine Taste. 

Handeln? Ärmel aufkrempeln? Das war einmal, nostalgische Erinnerungen. JA – KruzifixSakramentNochmal! Wie um alles in der Welt soll sich ein Darwin gegen diese ungebändigte Abstraktion noch durchsetzen?

So also ist die Lage - kurz vor Einführung der Digital Business Agents. Eigentlich logisch: Was wir ohnehin schon längst nicht mehr tun – jetzt geben wir es einem Softwareprogramm zur allfälligen Abarbeit. 

Sicher. Das ist jetzt neu, das wird jetzt alles anders. Kommt eine Übergangsphase auf uns zu... und, gewiss doch: Die ganze Welt ist voller Gefahren. 

Noch ein Beispiel: 

So ein Agent soll MICH ja unterstützen. Und ICH - in meinem tiefsten Wesen – bin  absolut nicht daran interessiert, eine Flasche Mineralwasser zu kaufen. Überhaupt nicht. Mein ICH bestimmt weder sich, noch seinen gesellschaftlichen Status, noch überhaupt irgendwas über das Kaufen von Mineralwasserflaschen! ICH will dafür weder „einkaufen gehen“ – noch die Dinger durch die halbe Vorstadt schleppen; ICH will allenfalls (!) über den Inhalt von derlei subordinaten Elementen verfügen. 
Deswegen hat ICH, denn ICH denkt modern und handelt ( ...?) auf der Höhe der Zeit, nichts dagegen, die „Handlungsvollmacht“ für das Kaufen von Mineralwasserflaschen VOLLständig an „Shoppi“, zu delegieren. „Shoppi“, ein kleines Softwareprogramm, bekommt also Order: „Kaufe Mineralwasser in Flaschen, wenn Flasche < 0,19 € kostet“. Ein Mausklick schickt ICH’s Agenten hinaus in die @Welt und in Nullkommanix ist der Auftrag erledigt. 
Im Verlauf der nächsten drei Wochen (übrigens – welch ein eSCM-eCRM-eKM-eProcess-eSuccess der eMineralwasserflaschenindustrie ! – mit einem beeindruckenden Höhepunkt noch am gleichen Tag) wird ICH die rechtsverbindliche Anlieferung von 6.145.092 Flaschen avisiert, das sind 512.091 Kasten oder 17.070 Paletten. ICH hatte die Mengenbegrenzung vergessen. 
Der Spass kostet ICH 1.167.567,48 €. 
Das Leben von ICH ist damit relativ beendet!

Eine der aufkommenden Gefahren ist also, dass wir Handlungen auslösen, deren Wirken wir nicht nur nicht verantworten, sondern überdies auch nicht verantworten könnten. Übrigens ein vergleichsweise harmloses Beispiel; Schaden wie Anzahl der Geschädigten bleiben übersichtlich.

Weltenvermehrung

Insgesamt kommt mit den Agenten eine vergleichsweise amüsante Wendung in die beste aller Welten: es entsteht eine zweite (und eine dritte, vierte, fünfte ...), von „Wesen“, „Existenzen“ bevölkert, die wir riefen ... 

In der hier vorliegenden Studie wird Ray Kurzweil zitiert, und von ihm stammen die farbigsten Schilderungen einer Zukunft, die ohne uns (Menschen) auskommt. Ganz einfach: Weil, wenn wir einmal anfangen, Teile unsere humanoiden Kompetenzen und Grundlagen an eine artificial (also von Menschen- und nicht von GottesHand gefertigte) intelligence abzugeben, dann kommt es zu einem der allerendgültigsten best practice Beispiele für Stanisław Lems „Technologiefalle“:

„Ich schlage folgende Defintion der Technologiefalle vor: Es ist das sozial-existenzielle Resultat einer breiten Anwendung derartiger technogener Operationen, das in der Entstehungszeit unbemerkt, gesellschaftlich schlecht oder überhaupt nicht vorhersehbar, in der Phase zunehmender Anwendung dann unumkehrbar ist, wobei sich die erhofften Vorteile seiner Verbreitung in eine ein- oder mehrdimensionale Katastrophe verkehren, die immer offensichtlicher wird und von eben jenen mächtigen Entscheidungsträgern immer schwieriger zu stoppen ist, denen wir seine proliferativen Ausmasse und seine überwältigende Schädlichkeit «verdanken».“  [Lem, „die Technologiefalle“, Frankfurt und Leipzig, © 2000]

Ray Kurzweil beschreibt in seinem Buch „Homo s@piens“ [Köln 1999], dass und warum wir am Beginn einer Entwicklung stehen, an deren Ende der Mensch, im Sinne einer physischen Existenz, als evolutionäres Zwischenstadium „überwunden“ ist. Existenz an sich wird, Kurzweil prognostiziert einen Zeitpunkt rund um die Mitte des 21. Jahrhunderts, dann mehrheitlich „im Netz“ stattfinden, und er meint damit, dass „wir“ uns früher oder später dazu entscheiden werden, unsere physische Existenz zugunsten einer virtuellen zu beenden. 

In dieser starke Affekte auslösenden Vision wird die ganze Wirkungsbreite und –tiefe einer Technologie deutlich, die heute lediglich die Frage aufwirft, wer eigentlich noch „Herr des Geschehens“ ist/sein wird. Die Einführung der digitalen Assistenten, der Digital Business Agents markiert den Beginn einer Entwicklung, in der, und sei es in den engen Grenzen definierter Zuständigkeit, (fast) alle Anteile menschlicher Handlungskompetenz an Maschinen übergeben sind. 

Doch machen wir uns nichts vor: diese Geschichte begann mit der Arbeitsteilung an sich. Der Hufschmied war kein Schneider mehr, selbst dem Metzger ist das Töten des Mittagessens schon seit dem Aufkommen der Schlachthöfe im späten 19. Jahrhundert weitgehend entfremdet. Die Elektrizität, der Computer später - Technologie als solche – stellte/n über Jahrzehnte und Jahrhunderte wachsende Anteile unserer Existenzgrundlagen bereit, die wir nicht mehr substituieren und noch weniger beeinflussen können.
Insofern ist die Entwicklung logisch, zwangsläufig – und das (kaum vernehmbare) wenige sozio-philosophische Gerangel dieser Tage (etwa die Bill-Joy-Debatte in der FAZ) stellt nur noch ein wenig Schmierfett bereit, um die unabweisbaren Anpassungsleistungen zu erleichtern.

Andererseits auch gehört das ganze Untergangsgeunke zur Technologie und zur Technologiediskussion wie der Deckel zum Topf. Stansław Lem hat sich entschieden, in den avanciertesten Entwicklungen von Technik und Technologie das schiere Böse am Werk zu sehen und er zweifelt (vermutlich nicht zuletzt aufgrund seiner lebensgeschichtlichen Perspektive), dass oder ob, und wenn doch, wie sich das alles einmal „richten“ könne. So geht es doch immer: die Jugend voller Fortschrittsglaube, im Mittelalter umfängliches Sicherungsgebahren, Untergangsvisionen im Alter: wen wundert’s. So aber kommen wir der Ambivalenz von Technik nicht bei. 

Mutatis mutandis

Wir sind in eine andere, in „die neue“ Zeit gestellt, deren Parameter, panta rhei, der normativen Kraft der Veränderung entstammen. Unsere Herausforderung besteht darin, das Unausweichliche zu wollen und allenfalls in der Rahmengestaltung Sorge zu tragen, dass die (ebenfalls unvermeidlichen) negativen Folgeerscheinungen begrenzt bleiben. 

Das ist eine politische Haltung, keine moralische – und genau hier liegt eines der grossen Probleme des technologischen Wandels. Der christlich-abendländische Wertkanon wird der Welt dann nicht mehr gerecht, wenn von allem Wirken nur noch „die Naturgesetze“ (in ihrer Erscheinung als Maschinen) übrig bleiben. Der Blick auf den Screen tritt an die Stelle des Weissen im Auge des Gegenübers. Die Normen von Verteilung und Gerechtigkeit werden obsolet und zunehmend von den Forderungen nach (Grund-)Versorgung und Leistung überstrahlt. Dabei richtet sich die Versorgungsforderung an die Gewährleistung der technischen Rahmenbedingungen: Bandbreite, Access, Energie ..., während die Bemessung jetzt nach Leistungsfähigkeit unterscheidet, nicht länger nach („Mehr“) Leistungsbereitschaft: eine Maschine zu „überfordern“ ist eine blosse Rechenaufgabe – und die rechnet sich nicht! 

Das hat Konsequenzen, wenn nicht gar einen ökologischen Kommunismus zur Folge. Denn: Wenn nicht länger die dehnbare, in ihren komplexen Dimensionen nicht abbildbare Menschenleistung als Erfolgsfaktor zum wirtschaftlichen Handeln beiträgt, werden auch diejenigen Begriffe ausgehöhlt, die heute zur Differenzierung der Verteilung herhalten: Risiko, Unternehmertum, Einsatz. Mit den digitalen Agenten machen wir den ersten raumgreifenden Schritt, auch die Intelligenz als ein unterscheidendes, ein darwinsches Kriterium abzuschaffen.

Vorsicht und Aussicht

Dies alles gesagt, wissen wir also jetzt, dass die digitalen Assistenten im Speziellen und die technologische Entwicklung im Allgemeinen ohne Risiken nicht zu haben sind. 
Well, that is no news! 

Einige Risiken sind, das ist schon heute klar, Fehleinschätzungen, wohlgeprüfte, aber eben dem Wissen von heute verhaftet (es gab eine Zeit, da galt das Reisen mit mehr als 40 Km/h als tödlich). 
Dies alles gesagt, ahnen wir auch, dass auf der anderen Seite der Medaille prima Chancen darauf lauern, von uns ergriffen zu werden. Und auch dabei, das ist historisch verbürgt, haben wir grosses Talent, auf das falsche Pferd zu setzen. 
Well, thats live!

Gegen die allgemeine Hysterie unserer Epoche, in der die Unüberschaubarkeit (Habermas) eine existenzielle Verunsicherung betreibt, in der wir im Angesicht einer hochlabilen Komplexität zu einer grotesken Übersteigerung der Möglichkeiten und Scenarios neigen, hat das Argument, die wägende Betrachtung, und Dialektik schon gleich gar, einen schweren Stand. Gegen die medialen Ereignisluftpumpen und Sachverhaltsschredder kommt keine Wirklichkeit an, die, relativ gemessen am Weltenlauf, noch allemal recht ruhig dahindümpelt. 
Well, so what?

Diese Studie richtet sich an Entscheider, die sehen werden und erkennen müssen, dass die atemberaubenden Chancen und die gruseligsten Perspektiven der (in diesem Fall heute) Agententechnologie mit keiner noch so gut gemeinten Geisteshaltung voneinander zu trennen sind. Nicht „Sieg oder Tod“: beides ist möglich, wahrscheinlich sogar; gleichzeitig, nebeneinander. Deswegen sind die heute so populären, medial so leicht verdaulichen Haltungen eines donnernden Dafür oder Dagegen, nicht zielführend. Sich auf die Seite der „Guten“ zu schlagen und zu fordern, man möge die Büchse der Pandora geschlossen halten (Bill Joy) ist naiv und („ich habe gewarnt“) gefährlich, und übrigens auch un-verantwortlich. 

Handeln heute, dass heisst Steuerung, Risikobeeinflussung. Was gedacht werden kann, wird gemacht werden – und wird, so oder so, die Welt verändern. Die Aufgabe eines aufgeklärten Zeitgeistes besteht darin, den Raum der (Aus-)Wirkungen zu gestalten.

Letztes Beispiel:

„Jetzt ging alles in rasendem Gallopp. Kurz zuvor hatte mir „George V“ die aktuellen Zahlen eingespielt: Umsatz, Quartalserwartung, ausgewählte Statements. ICH wusste, dass McGregors Verhandlungsspielraum auf Null geschrumpft war. Wir sprachen über Integrationsfragen. Im Hintergrund arbeitete George seine Checklist ab; soeben liess er eine Recherche zu den Patentanmeldungen laufen: das Faser-Modulations-Patent war durch, whow. Vom Markt kamen andere Signale. Die Einbrüche der letzten Tage waren noch nicht gestoppt. Die enttäuschende Bilanz zog auch heute den Kurs nach unten. Als um 13.15 Uhr auch noch die schlechten Zahlen von Koax-Corp bekannt wurden, kippte der Markt in Panik. Die Ad-hoc-Meldung zum neuen Patent verpuffte. ICH sah die Schweissperlen. Wahrscheinlich hatte er die gleichen Daten auf dem Retina-Projektor. „George V“ hatte 18 Anonyme im Markt, die unter der Indikationsschwelle kauften, wir hatten jetzt 8 Prozent, der Kurs war in freiem Fall. „George V“ zeigte unsere Kapitalsituation; die „Beschaffer“ shifteten in reverse auctions permanent unsere Liquidität um; noch vor einer Stunde konnten wir einen 4%er durch einen 2,5%er ablösen. Das Gespräch wandte sich den Interfaces zu. Die hermeneutische Analyse von Veröffentlichungen aus den letzten zweieinhalb Jahren hatte gezeigt, dass hier grössere Baustellen bereinigt werden mussten. Ich erwähnte den „Linham-Security-Report“. McGregor brauste auf. Seine Nerven lagen blank. Der Report sei grob verfälschend. „George V“ hatte die Kosten aus Vergleichsprojekten analysiert. Ich nannte die Zahl. McGregor sackte zusammen. Inzwischen hatten wir 9,25 Prozent zusammen. ICH bot eine Pause an; die Zeit war auf meiner Seite...“

Vorschau-Reihenfolge: 
2001