Klaus Schwab sucht nach Thought Leadership, aber

WEF: Ma vs. Brin

Da war nichts

Jack Ma versus Sergey Brin
Jack Ma hat mehr zu sagen als Sergey Brin; Bilder aus Youtube, WEF-Brandchannel

Man kommt ja kaum nach.

Irgendein Link (http://www.brandchannel.com/2017/01/20/davos-sergey-brin-012917/) führte mich zufällig zu dem Davos-Talk von Klaus Schwab mit Sergey Brin. Honestly, ich war von den Socken.

Ich wusste von Brin nur sehr wenig. Es scheint, dass er Google einigermassen solide managed, wahrscheinlich weiss ich das aus Business Insider, Wired, Fast Company oder so, gelesen hab ich das, aber wo? Jetzt hab ich ihn erstmals gesehen und konnte einen Eindruck gewinnen. Möglicherweise finden sich ein paar Punkte, die zu seinen Gunsten sprechen, viele davon waren nicht zu sehen.

Klaus Schwab hat, mit einem amüsant-schrecklichen Akzent, aber durchaus beredt und wohlinformiert, wirklich alles versucht, um irgendwelche qualitativen Aussagen dem Herrn Brin zu entlocken, aber da war nichts. Eine Schlaftablette, fahrige Aussagen ohne den Funken eines eigenständigen Gedankens, vielleicht, zu seinen Gunsten, war er nicht vorbereitet (was sagt das über ihn als Manager?), gleichwohl verfügt er auch nicht über einen intellektuellen Background, um ohne Vorbereitung, sozusagen aus der Lebens-, Unternehmens- und Tageserfahrung heraus auch nur einen Zipfel Esprit oder Argument zu entfalten. Vielleicht eine Inselbegabung?

Aber das hat mich nur erstaunt, nicht erschüttert. Klaus Schwab war offenbar dem Irrtum erlegen, im CEO von Google wahrscheinlich einen der wirkungsmächtigsten Zukunftsgestalter auf dem Planeten vor sich zu haben. Davon nichts. Ich zitiere aus dem Gedächtnis und spitze es zu – Zukunft geschieht nach dem Prinzip: Versuch macht kluch, und: es geht auch viel schief. Ach so. Ob sich daraus etwa irgendwelche kollateralen Effekte ergeben, Gott nee, wer weiss das schon. The Future’s not ours to see. Und wohin das alles führt? Ja, schaun-mer-mal.

Gemessen am Gewicht des Unternehmens und an dem Nimbus der es umgibt, empfand ich das Gespräch am Rande der Unzurechnungsfähigkeit.

Wie gesagt, ich war zufällig da gelandet, und wie es bei Youtube eben so ist, war in der Seitenliste der Videos auch ein frischer Davos-Talk mit Jack Ma (https://www.youtube.com/watch?v=Y69NU9aVRkQ). Die Schlagzeile ("Über die letzten 30 Jahre haben die USA 14,2 Billionen $ in sinn- UND erfolglosen Kriegen versenkt") hatten wir schon lesen können. Welch ein Unterschied.

Richtig ist, dass Ma die unübersehbare Überheblichkeit eines Master of the Universe mit sehr populären, intelligenten und zustimmungspflichtigen Statements abfedert. Richtig ist aber auch, dass er sich offenbar die Mühe macht, auch in Sachverhalten eine markante, informierte Meinung zu entwicklen, die nicht nur sein täglich Business reflektieren.

Und die Haltung, nicht in Entwicklungen zu investieren, die kein gesellschaftliches Problem lösen, ist um eine Quadratzahl höher entwickelt als das in ferner Vergangenheit verblasste „Don’t be evil“.

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